Friday, April 21

Angstfrei Daunenjacke waschen

Überall liest man Horrorstories darüber, dass Daunenjacken waschen so kompliziert sei und dass dann alles klumpt und kaputt geht und und und… ich habe ja langsam den Verdacht, dass das alles Blödsinn ist.
Meine 5 Jahre alte Daunenjacke (toll warm und leicht, feine Gänsedaunen, winzig packbar, war mal teuer) kommt fast immer nur auf Reisen in kalte Gefilde zum Einsatz. Himalaya, Hokkaido und so. Dazwischen wird sie zum Auslüften weggehängt. Waschen? Och, man liest unglaublich viele Geschichten und noch mehr Anleitungen, wie man es unbedingt tun muss. Tennisbälle sollen mit in den Trockner, teures Spezialwaschmittel, Voodo usw.
Nach heute früh bin ich da anderer Meinung. Die Jacke war mittlerweile zu dreckig, hat auch nicht mehr sonderlich gut gerochen (ich mache Yakmist dafür verantwortlich) und morgen geht’s für eine Woche nach Island. Immer die letzte Minute…
Also alles auf eine Karte. Moni nach Daunenwaschmittel gefragt. Hamwanich, ist leer. Alternative: Soak. Das hat Moni für ihre Wollsachen hier. Scheint ähnlich wie das Daunenzeug zu funktionieren und enthält halt nix, was die Federchen zusammenklebt. Im Zweifelsfall tut’s vermutlich das hier auch. Nur halt tendenziell keine Industriewaschmittel wo potenziell noch viel anderer Müll drin ist.
Dann ganz normal in die Waschmaschine damit, Wollprogramm und extra Wasser. Am Ende noch mal gründlich geschleudert und dann bei höchster Temperatur eine Stunde in den Trockner. So stand es an verschiedener Stelle online. Das Wasch-Etikett in der Jacke erlaubt mir 40 Grad und Trockner. Das Ganze übrigens ohne Tennisbälle oder Schnickschnack.
Paranoid war ich ja noch nie.
Nach der Stunde im Trockner habe ich sie dann noch mal kurz zum Abkühlen und Auslüften rausgehängt und noch mal in den Trockner gepackt, damit sie auch garantiert trocken ist. Diesmal bei Schonprogramm. Fragt nicht warum, aber mein Bauchgefühl sagte mir, dass das reicht.
Das Resultat: die Jacke riecht wieder gut und vor allem: sie ist wieder so fluffig wie früher.
Also noch mal zusammengefasst:
  1. Daunenjacke mit Daunenwaschmittel oder Wollshampoo bei 40 Grad Celsius im Wollprogramm (wenn möglich mit extra Wasser) alleine waschen. Google sagt, dass eine große 6kg-Trommel gut dafür sei.
  2. Daunenjacke noch mal durch einen extra Schleudergang schicken
  3. Nicht nass rumliegen lassen, sondern sofort danach in den Trockner und bei höchster Temperatur eine Stunde (oder bis der Trockner sagt, dass es reicht) laufen lassen. Tennisbälle sind hier optional.
  4. Jacke raushängen und auslüften/abkühlen lassen
  5. Noch mal im Schongang in den Trockner
Selbstverständlich übernehme ich keine Verantwortung, falls ihr euch jetzt damit eure Daunensachen schrottet, aber hier hat es prächtigst funktioniert. Und etwas angstfreier an die Dinge ran gehen tut auch mal gut.
Eure Erfahrungen?