Friday, December 15

Achtzehn Tipps für Fotografen

Heute bekam ich eine Mail von jemandem, der sich als Fotograf selbständig machen möchte.
Und ob ich Tipps hätte.
Ich habe dann mal einen kleinen Braindump zurückgeschickt. Hier ist er:

  1. Selbständigkeit erst mal als Nebenerwerb, nicht gleich den Day-Job aufgeben. Das gibt Dir die Möglichkeit, es erst mal mit wenig Risiko zu testen.
  2. Als reiner Fotograf muss man, um erfolgreich zu sein, entweder verdammt gut sein, oder sich eine Nische finden, die sonst keiner beackert – und dann in der Nische gut sein.
  3. Die Business-Seite darfst Du nicht ignorieren, die ist mindestens so wichtig wie die künstlerische.
  4. Gutes SEO ist auch sehr wichtig. Findbar und präsent sein. In möglichst vielen Medien.
  5. Hast Du ein Portfolio? Versetze Dich in die Situation des Kunden. “xzy möchte für mich fotografieren. Mal auf Google schauen, was der so macht. Ich finde nichts. Schade. Nächster bitte”
  6. Falls Du noch nicht viel Material hast, setze Dir zum Ziel, ein Portfolio mit tollem Material zu generieren. Jeden Tag ein Bild. Jede Woche ein Hammerbild. Jeden Monat eine Review-Session Deiner besten 50 Bilder mit einer Person Deines Vertrauens. Macht 50 gute Bilder im Jahr.
  7. Andere können Deine Bilder besser beurteilen als Du selbst.
  8. Am Anfang sind 99% Deiner Bilder schlecht. Das ist normal. Mit der Zeit lernst Du, warum manche Bilder besser sind als andere. Dann verschieben sich auch die Prozente.
  9. Üben üben üben, viel fotografieren. Dann noch mehr fotografieren. In vielen Situationen. Komposition lernen. Am Timing arbeiten. Technik kannst Du schon.
  10. Die andere Hälfte der Fotografie ist 100 mal wichtiger als die Technik. Ein langweiliges Bild, das scharf ist, ist ein scharfes, aber immer noch langweiliges Bild.
  11. Bei einem Bild mit Emotion macht es nichts, wenn es unscharf/verwackelt/technisch unperfekt ist.
  12. Betrachte jeden Tag Bilder von wirklich guten Fotografen. Henri Cartier-Bresson. Alfred Stieglitz. Edward Weston. James Nachtwey. Robert Frank. Elliot Erwitt. Yousef Karsh. Arnold Newman. Vivian Maier.
  13. Fotos nicht mit dicken Wasserzeichen zukleistern. Das schreckt ab. 98% aller Fotografen sind nicht gut genug, um Angst haben zu müssen, dass ihre Bilder geklaut werden. Und wenn eins in einem fremden Blog landet: ist das das Ende der Welt, oder evtl. gute Werbung?
  14. Denke in Projekten. In Sammlungen. In Themen. Wer alles können möchte, kann nichts.
  15. Konzentriere Dich auf einzelne Bereiche, die Dich interessieren.
  16. Höre kreatives Podcast-Futter, weniger technisches.
  17. Beschäftige Dich mit kreativen Dingen außerhalb der Fotografie. Musik. Malerei. Film. Elektronik. Programmierung. Sei ein “Maker” und schaffe Neues.
  18. Kunden ist es egal, mit welcher Kamera du fotografierst, Kunden wollen Gefühle kaufen, nicht Schärfe.
Weitere Tipps? Gerne in die Kommentare.